Die Heinrich-Böll-Gesamtschule gehört zu Bochum-Grumme. Sie ist aus dem ehemaligen Gymnasium ‚Freiherr-vom-Stein-Schule‘ hervorgegangen.
Die Heinrich-Böll-Gesamtschule ist eine Ganztagsschule mit Unterricht von 8.00 bis 15.50 Uhr.
Sie war anfangs in einem Gebäude im Rosenberg angesiedelt. Die Freiherr-vom-Stein-Schule selbst sollte zunächst erhalten bleiben, doch führten Schließungsgerüchte dazu, dass die Anmeldezahlen stark abfielen. So wurde das Gymnasium immer kleiner und zog schließlich um in das Gebäude der Carl-Lührig-Schule, die mit der Helene-Lange-Realschule in der Feldsieper Straße zusammengelegt wurde.
Die neue Gesamtschule übernahm 1982 das Hauptgebäude und danach zukzessive auch das Gebäude an der Gretchenstraße.

Heute besteht die Schule aus den Gebäuden Agnesstraße, Gretchenstraße (früher Carl-Lührig-Realschule), Wielandstraße und dem Erweiterungsbau auf dem Schulhof.


Die Gesamtschule besitzt einen Musikzweig: Je zwei der sechs Klassen eines Jahrgangs erhalten während der Sekundarstufe I einen erweiterten Musikunterricht.
Über viele Jahre hinweg (ca. 2008 bis 2022) wurden alle Gebäude aufwendig renoviert. Die Klinker des Hauptgebäudes fielen dabei der Sanierung zum Opfer, weil sonst alle Fugen hätten erneuert werden müssen. In einigen Klassenräumen liegt noch immer der original Parkettboden, inzwischen mehrfach abgeschliffen und bearbeitet.
2016 erfolgte die energetische Sanierung durch die Architekten Marc Büsing und Frank van Wickeren.
2017 wurde nach erheblichen Verzögerungen ein Erweiterungsbau auf dem Schulhof eröffnet, inoffiziell „Spanisches Haus“ genannt, weil ihn eine spanische Baufirma errichtet hatte.
Kunstwerke in der Heinrich-Böll-Gesamtschule
Der künstlerisch bedeutsame ‚Becker Leuchter‘ im Haupttreppenhaus wurde vom gleichnamigen Bochumer Künstler entworfen, der auch Architekt der Trauerhalle in Grumme war. Egon Becker (1910-1989) hat die Lampe 1956/57 geschaffen. Als Schüler von Josef Albers und Wassily Kandinsky war er vom ‚Bauhaus‘ beeinflusst. Die Lampe ist als kinetischer Beleuchtungskörper in der Form eines Mobiles einmalig in Deutschland und galt damals als gewagtes innenarchitektonisches Experiment. Anfangs war sie als “Picasso-Kunst” verschrien. Man befürchtete auch, die Seelen der jungen Mädchen könnten Schaden nehmen. Dr. Hans Hanke setzte sich später als Vorsitzender der Kortum-Gesellschaft Bochum e.V. für den Erhalt und die Restaurierung des Leuchters ein, der eigentlich entsorgt werden sollte.
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In dem riesigen Glasfenster der Schule hat Ignatius Geitel 1958 die vier Elemente Erde, Feuer, Wasser, Luft in transparentes Sonnenlicht getaucht
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Ignatius Geitel (1913 – 1985) war an der internationalen Moderne orientiert und verachtete die nationalsozialistischen Ideen. Nach zehn Jahren als Soldat und Kriegsgefangener in Russland kehrte er zurück nach Bochum, wo er sich 1949 selbst ein Atelier in der Ruine der Freiherr-vom-Stein Schule an der Arndtstraße mauerte. 1949 wurde er Mitglied des „Bochumer Künstlerbundes“, 1952 gründete er mit Gleichgesinnten die legendäre Künstlervereinigung „Hellweg“
Im Jahr 2000 wurden die Gebäudeteile Foyer, Aula und Nebentreppenhaus mitsamt den Kunstwerken in die Denkmalliste der Stadt Bochum (A 518) eingetragen.
2024 und 2025 wurden auf dem Schulgelände Bomben aus dem 2. Weltkrieg gefunden und entschärft.
vielen Dank an H. Hanke, E. Klinkmüller und H. G. Spichartz für die zahlreichen Informationen



