Zum Inhalt springen

Heinrich-Böll-Gesamtschule

Die Heinrich-Böll-Gesamtschule gehört zu Bochum-Grumme. Sie ist aus dem ehemaligen Gymnasium ‚Freiherr-vom-Stein-Schule‘ hervorgegangen.

Die Heinrich-Böll-Gesamtschule ist eine Ganztagsschule mit Unterricht von 8.00 bis 15.50 Uhr. Sie wurde 1982 als „Gesamtschule II“ der Stadt Bochum gegründet, sechszügig mit über 150 Schülerinnen und Schülern. Standort: Rosenberg, Haydnstraße.
1984 zog die Gesamtschule II um in das Gebäude der Freiherr-vom-Stein-Schule an der Agnesstraße. Die Freiherr-vom-Stein-Schule zog in das Gebäude der Carl-Lührig-Schule.

1987 erhielt sie bei einer feierlichen Namensgebung in Anwesenheit eines Sohnes von Heinrich Böll den Namen „Heinrich-Böll-Gesamtschule“.
1987 wurde der Musikzweig installiert, er ist eine der ersten Schwerpunktbildungen an einer Gesamtschule in NRW.
1988 waren Mensa und die neue Dreifachturnhalle fertig.

Die Freiherr-vom-Stein-Schule selbst sollte zunächst erhalten bleiben, doch führten Schließungsgerüchte dazu, dass die Anmeldezahlen stark abfielen. So wurde das Gymnasium immer kleiner und schließlich 1990 geschlossen. Die Heinrich-Böll-Gesamtschule übernahm dann auch das benachbarte Gebäude an der Gretchenstraße.
1991 verließ der erste Abiturjahrgang die Schule.

Von 2008 bis 2022 wurde das Schulgebäude umfassend renoviert und energetisch saniert (Architekten: Marc Büsing und Frank van Wickeren). Die Klinker des Hauptgebäudes fielen dabei der Sanierung zum Opfer, weil sonst alle Fugen hätten erneuert werden müssen. In einigen Klassenräumen liegt noch immer der originale Parkettboden, inzwischen mehrfach abgeschliffen und bearbeitet.

2009 konnten der Erweiterungsbau an der Wielandstraße, 2017 nach erheblichen Verzögerungen das neue Gebäude auf dem Schulhof, inoffiziell genannt „Spanisches Haus“, bezogen werden.

Aktuell 2026 besuchen ca. 1300 Schülerinnen und Schüler die Schule.

Heinrich-Böll-Gesamtschule

So besteht die Schule heute aus den Gebäuden Agnesstraße, Gretchenstraße (früher Carl-Lührig-Realschule), Wielandstraße und dem Erweiterungsbau auf dem Schulhof.

 

Heinrich-Böll-Gesamtschule
Das Hauptrgebäude nach der Sanierung Foto wikipedia

Heinrich-Böll-Gesamtschule

Die Gesamtschule besitzt einen Musikzweig: Je zwei der sechs Klassen eines Jahrgangs erhalten während der Sekundarstufe I einen erweiterten Musikunterricht.

 

 

Kunstwerke in der Heinrich-Böll-Gesamtschule

Der künstlerisch bedeutsame ‚Becker Leuchter‘ im Nebentreppenhaus wurde vom gleichnamigen Bochumer Künstler entworfen, der auch Architekt der Trauerhalle in Grumme war. Egon Becker (1910-1989) hat die Lampe 1956/57 geschaffen. Als Schüler von Josef Albers und Wassily Kandinsky war er vom ‚Bauhaus‘ beeinflusst. Die Lampe ist als kinetischer Beleuchtungskörper in der Form eines Mobiles einmalig in Deutschland und galt damals als gewagtes innenarchitektonisches Experiment. Anfangs war sie als “Picasso-Kunst” verschrien. Man befürchtete auch, die Seelen der jungen Mädchen könnten Schaden nehmen. Dr. Hans Hanke setzte sich später als Vorsitzender der Kortum-Gesellschaft Bochum e.V.  für den Erhalt und die Restaurierung des Leuchters ein, der eigentlich entsorgt werden sollte.

Heinrich-Böll-Gesamtschule
Fotos Hans H. Hanke. 
Heinrich-Böll-Gesamtschule

In dem riesigen Glasfenster der Schule hat Ignatius Geitel 1958 die vier Elemente Erde, Feuer, Wasser, Luft in transparentes Sonnenlicht getaucht 

Heinrich-Böll-Gesamtschule
Fotos Hans H. Hanke
Heinrich-Böll-Gesamtschule

Ignatius Geitel (1913 – 1985) war an der internationalen Moderne orientiert und verachtete die nationalsozialistischen Ideen. Nach zehn Jahren als Soldat und Kriegsgefangener in Russland kehrte er zurück nach Bochum, wo er sich 1949 selbst ein Atelier in der Ruine der Freiherr-vom-Stein Schule an der Arndtstraße mauerte. 1949 wurde er Mitglied des „Bochumer Künstlerbundes“, 1952 gründete er mit Gleichgesinnten die legendäre Künstlervereinigung „Hellweg“

Im Jahr 2000 wurden die Gebäudeteile Foyer, Aula und Nebentreppenhaus mitsamt den Kunstwerken in die Denkmalliste der Stadt Bochum (A 518) eingetragen.

2024 und 2025 wurden auf dem Schulgelände Bomben aus dem 2. Weltkrieg gefunden und entschärft.

https://hbg-bo.de/

vielen Dank an H. Hanke, E. Klinkmüller, H. J. Roskam und H. G. Spichartz für die zahlreichen Informationen