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Die Flüsse-Siedlung

Das Gelände der Flüsse-Siedlung entspricht in weiten Teilen dem des früheren Bauernhofs Rottmann, des damals größten Hofs in Grumme. Zwei Bäche, die Schmalebecke im Westen und der Rottmannsbach im Osten, durchflossen das große Gelände, dessen Geschichte bis ins Mittelalter zurückreicht. Auch eine Scheune und ein Teich gehörten dazu. 1874 wurde dort die „Städtische Ziegelei Rottmannstraße“ errichtet, 1936 wurde sie abgebrochen. Auf der Geschichtstafel Hof Rehlinghaus ist darüber mehr zu erfahren.

Die Flüsse-Siedlung

Aus heutiger Sicht handelt es sich um einen Bereich des Stadtteils Bochum Grumme, in dem fast alle Straßen nach Flüssen benannt sind. Das große Gelände wurde schrittweise bebaut in drei Phasen

– ab 1919 mit der Siedlung „Rottmannshof“

– ab 1930 mit Wohnungen zwischen Zechenbahn und Castroper Hellweg

– seit den 1950er Jahren mit dem Quartier der VBW

 


1918 Siedlung „Rottmannshof“

Die Böckenbergstraße wurde erstmals 1907 als Straße ausgewiesen, führte aber als Weg schon lange vorher von der Castroper Straße zum Rottmannshof. Ein anderer Weg verlief oberhalb der Schmalebecke in einem großen Bogen zum Rottmannshof.

Die Flüsse-Siedlung
Volmestr. 1925

1918, 20 Jahre nach dem Tod von Heinrich Rottmann, kaufte die Bochumer Heimstätten GmbH (heute VBW) den Hof und errichtete im südlichen Bereich ab 1919 die Siedlung „Rottmannshof“. Die Straßen mit 146 Wohnungen wurden fast alle nach Nebenflüssen der Ruhr benannt: Lennestraße, Lenneplatz, Lippestraße und Volmestraße; nur die kurze Lippestraße fällt aus der Reihe. Diese Siedlung wurde damals „Negerdorf“ genannt wegen der vielen Bergleute, die dort wohnten.

Am Abzweig Harpen wurde 1903 der Wasserturm des Verbandswasserwerks in Harpen errichtet.

Schon 1896 wurde eine ev. Volksschule an der Rottmannstraße errichtet, die später an gleicher Stelle mit anderen Volksschulen zusammengelegt wurde. 1959 wurde sie geschlossen, nachdem die katholische und später auch die evangelische Volksschule am Lenneplatz eröffnet worden waren.

 

1930 Bebauung des östlichen Teils

Die Flüsse-Siedlung
Stadtplan Bochum WilgröDruck1928

1926 wurde der östliche Teil vom neu errichteten Stahlwerk an der Castroper Straße durch den Bau der Lothringen-/ Elsassbahn von der großen Vöde nach Lothringen IV abgeschnitten. Sie durchschnitt von Nord nach Süd das Gebiet des Bauern Rottmann. Danach begannen die Eisen-u. Hüttenwerke AG mit dem Anlegen der ‚Schlackenhalde‘ im Grummer Tal. Erst der Bau der Werrastraße schaffte später eine Verbindung beider Teile.

 

Die Flüsse-Siedlung
aus Ruhrbauten.de

 

Die Flüsse-Siedlung
Fuldastr.1949 und 1950

 

Die Flüsse-Siedlung

 

 

 

 

Die Flüsse-Siedlung
Der ‚D-Zug‘, Foto aus Ruhrbauten.de

1930/31 wurde der ‚abgeschnittene‘ östliche Teil zwischen Zechenbahn und Castroper Hellweg bebaut. Die Straßen Weser-, Werra- und Fuldastraße wurden nach dem Fluss-System der Weser benannt; , Rhönstraße und Rhönplatz stehen für das Gebirge, dem die beiden Quellflüsse entspringen. Das Gelände um die spätere Fulda und Weserstraße war schon 1914 nach Bochum bzw. Grumme eingemeindet worden.
Das ‚D-Zug‘ genannte lange Gebäude wurde am Castroper Hellweg errichtet, der ursprünglich nur ‚Castroper Straße‘ hieß, nach der 3. Eingemeindungswelle 1929 aber umbenannt wurde. Seit dem
 Umbau des Abzweigs Harpen 1962 liegt der D-Zug nicht mehr direkt am Hellweg..
1939 errichteten die Bochumer Wohnstätten 18 Eigenheime (Doppelhäuser) an der Rottmannstraße gegenüber der Bergmanns-Siedlung.

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1949 wurde die Diemelstraße gebaut. Ein langer Bau mit Bergmannswohnungen entstand dort, der inzwischen wieder abgerissen wurde.

 

Schmalebecke und Rottmannsbach

Die Schmalebecke wurde 1934 im Zuge der Errichtung der Kleingartenanlage ‚Am Böckenbusch‘ kurz vor der Einmündung in den Grummer Bach an den Rand des Geländes verlegt. Der Hügel wurde abgetragen und der Abraum unterhalb aufgeschüttet, so dass aus dem ehemaligen Gelände in Steillage eine brauchbare Fläche für Gartenland entstand. s.mehr unter Bäche – Teiche – Mühlen

Der Quellbereich der Schmalebecke wurde in den 50er Jahren mit Müll zugeschüttet. Oberhalb wurden 1964 die Evangelische Johanneskirche und die Patmosstraße gebaut, die den Zugang von der Josephinenstraße aus ermöglichte. Nach Patmos wurde die kleine Straße wohl benannt, weil auf der gleichnamigen griechischen Insel der heilige Johannes die Apokalypse geschrieben haben soll.
1946 direkt nach dem 2. Weltkrieg legte der Kleingartenverein ‚Rottmannshof‘ im nordöstlichen Teil eine Schrebergarten-Anlage an.

Bebauung in den 50er und 60er Jahren durch die VBW

In mehreren Abschnitten wurde seit den 1950er Jahren auf den ehemaligen Feldern eine neue Siedlung errichtet. Die Straßen erhielten Namen von Flüssen, die an die Talsperren erinnern: Sorpestraße 1950, Ennepe- und Aggerstraße 1955, Biggestraße 1958. Der Rottmann-Bauernhof wurde 1960 abgerissen. 1966 entstand die Lahnstraße; die kurze Wupperstraße wurde 1968 aufgelöst.

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Biggestr. 1960er Jahre

Träger der Maßnahmen war die VBW Bauen und Wohnen GmbH, die auch heute noch für ihr ‚Quartier‘ zuständig ist. Auch einige Privathäuser wurden errichtet.

Im Zuge der Umgestaltung des Grummer Bachtals wurde 1977 die ‚Grummer Seenplatte‘ feierlich eröffnet. Der Teich des Bauern Rottmann wurde zugeschüttet und weiter unterhalb in neuer Form als ‚Rottmannsteich‘ angelegt.

Fotos aus: https://www.vbw-bochum.de/wohnen-leben/leben-im-quartier/fluessesiedlung  

StadtTeilLaden Grumme

Im StadtTeilLaden Grumme des Vereins Leben im Stadtteil e.V. und der Ev. Kirchengemeinde Bochum treffen sich seit 1990 Menschen jeden Alters, mit verschiedenen Interessen und Lebensstilen aus Bochum Grumme und darüber hinaus, um gemeinsam den Stadtteil Grumme und das Quartier zu gestalten.

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