{"id":5348,"date":"2026-02-20T16:33:54","date_gmt":"2026-02-20T15:33:54","guid":{"rendered":"https:\/\/ggg.grumme.de\/?page_id=5348"},"modified":"2026-02-21T16:02:52","modified_gmt":"2026-02-21T15:02:52","slug":"schulgruendungen-in-grumme","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ggg.grumme.de\/?page_id=5348","title":{"rendered":"Erste Schulgr\u00fcndungen in Grumme"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><b>Auszug aus: Schulgr\u00fcndungen in den Bauernschaften <\/b><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><b>Grumme &#8211; Hiltrop &#8211; Bergen *<\/b><br \/>\nVon <strong>Wilhelm R\u00fcter<\/strong> ** erstellt im Herbst 1966 <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<ol>\n<li><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><b>Gr\u00fcndung ortseigener Schulen in Grumme<\/b> <\/span><\/span><\/li>\n<\/ol>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><b>Katholische Schule<\/b> <\/span><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Der Kern der Bauernschaft <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><b>Grumme<\/b><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"> lag in der schmalen Talaue des Grummer Bachs, daher ihr Name, und erstreckte sich vom heutigen Stadtpark bis an das Zillertal im Norden. Im Osten reichte&nbsp; die Feldmark bis an die Castorper Stra\u00dfe und im Westen bis an die Riemker Grenze&#8230;<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Die Reven\u00fcenaufstellung von <b>1581<\/b> f\u00fcr den Lehrer Dietrich Wulf an der Bochumer Schule vermerkt folgende 11 abgabepflichtige H\u00f6fe:<br \/>\n<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><i>Blaumberg, Bu\u00dfmann, Dickmann, D\u00f6rdelmann, Kleberg, Teuthoff, H\u00f6hn, Niederdrerermann, Oberdrerermann, Vierhau\u00df und Rellinghau\u00df.<br \/>\n<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Alle zusammen &#8222;bezahlten&#8220; dem Lehrer an Naturallohn 260 Roggengarben, davon Rellinghau\u00df 60 und alle anderen je 20. Des Weiteren bekam Lehrer Wulf 9 Brote und 10 Fleischh\u00e4ste.&nbsp;(Fleischh\u00e4ste = Fleischst\u00fccke). <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Von Bauer Niederdrerermann bekam Lehrer Wulf kein Brot und von Bauer Bu\u00dfmann bekam er weder Brot noch Fleisch. <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Die 7 K\u00f6tterstellen sind scheinbar von der Abgabepflicht verschont worden. Erkenntlich in der Aufstellung ist der gr\u00f6\u00dfte Hof: Rellinghau\u00df. <sup>. &#8230;<\/sup><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<figure style=\"width: 164px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ggg.grumme.de\/wp-content\/uploads\/TafelKathSchule.jpg\" alt=\"Erste Schulgr\u00fcndungen in Grumme\" width=\"164\" height=\"229\"><figcaption class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; color: #0000ff;\">s. auch Geschichtstafel KATHOLISCHE SCHULE<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">An der Wende zum 19. Jahrhundert regte sich im hiesigen Bereich erstmalig ein schulisches Leben und gew\u00e4hrt uns den ersten Einblick in die konventionellen Verh\u00e4ltnisse der Grummer Bauernschaft. Die nachfolgende Aufstellung zeigt, dass fast alle Bewohner katholisch waren. Auf Veranlassung der Kriegs und Dom\u00e4nenkammer in Hamm, berichtet der katholischen Pfarrer J. Cramer <b>1799<\/b> \u00fcber die Landgemeinden, die zur katholischen Schulgemeinde in Bochum geh\u00f6ren, wie folgt:<br \/>\n<\/span><\/span><\/span><span style=\"font-size: 10pt;\"><span style=\"color: #000000;\">\u201e<span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><i>Grumme, eine starke Viertelstunde von der Schule entlegen, besteht aus 10 beieinander gelegenen H\u00f6fen und zehn Kotten.\u201c<br \/>\n<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Die Haushaltsvorst\u00e4nde der zehn H\u00f6fe und zehn Kotten bildeten die Urgemeinde f\u00fcr die sp\u00e4tere Schulgr\u00fcndung. Pfarrer Cramer hat auch die Sch\u00fcler namentlich benannt, die die Bochumer Mutterschule besuchten. Wie schon erw\u00e4hnt, sind es von 17 Kindern nur drei M\u00e4dchen, die an den \u201e<i>Segnungen eines geregelten Schulunterrichts\u201c<\/i> teilgenommen haben. Auch diese Namen sollen in der Gr\u00fcndungsgeschichte vermerkt werden:<br \/>\n<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><i>Diedrich Dickamp, Johannes Henrich Grundhoff, Wilhelm Rellinghaus, Mauritz Grund-hoff, Diedrich Blaumberg, Henrich D\u00f6rdelmann, Mauritz Kleeberg, Mauritz Vierhau\u00df, Wilhelm Dickmann, Henrich Dieckmann, G\u00f6rger B\u00f6nnmann, Wilhelm H\u00fclsebusch, G\u00f6rgen Imberg, Diedrich Imberg, Margarethe Blaumberg, Margarethe Kleeberg und Tina D\u00f6rdelmann<\/i> <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Obwohl eine Schulpflicht bestand, sind nicht alle schulpflichtigen Kinder zur Schule geschickt worden. Im Sommer waren es weniger als im Winter. Auch wurden Hirtenkinder mit 12 Jahren der Schulpflicht entzogen. Dies war m\u00f6glich, da die Exekutive zu schwach war, um das schon beste-hende Schulpflichtgesetz von <b>1762<\/b> und <b>1794<\/b> zur Durchf\u00fchrung zu verhelfen. Die Ursache des mangelhaften Schulbesuchs lag letztlich in den sozialen Verh\u00e4ltnissen jener Zeit, die es notwendig machten, dass die Kinder zur landwirtschaftlichen Arbeit verdingt wurden. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">W\u00e4hrend der franz\u00f6sischen Fremdherrschaft wurde <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><b>1811<\/b><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"> eine Schulkommission unter der Leitung des Schulkommissars Petersen gegr\u00fcndet, die vom Pr\u00e4fekten des Ruhrdepartements den Auftrag erhalten hatte, die prim\u00e4ren Schulbezirke zweckm\u00e4\u00dfiger einzu-richten. Aus <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><b>Grumme<\/b><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"> wurden bei der Gelegenheit 27 katholische und 5 evangelische Sch\u00fcler gemeldet. Im benachbarten Bergen lebten nur 4 evangelische Sch\u00fcler. Die Reorganisation kam wegen der bald einsetzenden kriegerischen Ereignisse nicht zustande. <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><b>Grumme<\/b><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"> verblieb bis nach <\/span><\/span><strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">1880<\/span><\/span><\/strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"> bei den beiden Schulgemeinden der Altstadt. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Aus der Bauernschaft war inzwischen durch den Zuzug von Bergleuten, die sich in der N\u00e4he der&nbsp; Zeche Ritterburg an der Castroper Stra\u00dfe angesiedelt hatten, eine politische Gemeinde entstanden, die aber immer noch ihren l\u00e4ndlichen Charakter bewahrt hatte. Als die Ausschulungsverhandlungen um <b>1865<\/b> f\u00fcr beide Konfessionen erstmalig begannen, war die Einwohnerzahl auf 731 und die Zahl der der Familien auf 126 angewachsen. Aus den katholischen Familien besuchten 41 und aus den evangelischen Familien 17 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler die Schulen in Bochum.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Im Zuge der gro\u00dfen&nbsp; Ausschulung der Landgemeinden aus den Schulverb\u00e4nden der Bochumer Altstadt, die <b>1869<\/b> in die Wege geleitet wurde und sich \u00fcber einige Jahre erstreckte, erfolgte der erste Ansto\u00df zur Gr\u00fcndung ortseigener evangelischer und katholischer Schulgemeinden bzw. Schulen in <b>Grumme<\/b>. Die Regierung Arnsberg empfahl die Wahl eines gemeinsamen Repr\u00e4sentanten-Kollegiums aus evangelischen und katholischen Hausv\u00e4tern, die als Bevollm\u00e4chtigte alle notwendigen Verhandlungen \u00fcber die Verm\u00f6gensauseinandersetzungen mit den fr\u00fcheren Schulgemeinden und \u00fcber die Grundst\u00fccksbeschaffung f\u00fchren sollten. Die gew\u00e4hlten Repr\u00e4sentanten waren alle katholischer Konfession, weil sie den Hauptteil der Bev\u00f6lkerung aus-machten. Eine Beschwerde der evangelischen Hausv\u00e4ter bei der Regierung Arnsberg, die Wahl f\u00fcr ung\u00fcltig zu erkl\u00e4ren, f\u00fchrte nicht zum Ziel. .. <\/span><\/span><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Es mussten nun getrennte evangelische und katholische Schulgemeinden konstituiert werden. Die Regierung Arnsberg forderte nach dem Stande von <b>1877<\/b> &#8230; den Pr\u00e4stationsnachweis der evangelischen und katholischen Schulgemeinde. &#8230;<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Die katholische Schulgemeinde, als die gr\u00f6\u00dfere und finanziell st\u00e4rkere, erreichte zuerst die Ausschulung aus dem Schulverband der Altstadt. Nach langj\u00e4hrigen Verhandlungen mit der Muttergemeinde, der sie jahrhundertelang angeh\u00f6rt hatten, erkl\u00e4rte sich diese bereit, die ausscheidende Tochtergemeinde mit 5.000 Mark abzufinden. Unter dem <b>9. M\u00e4rz 1880<\/b> konnte endlich die Ausschulung aus dem Schulverband durch Verf\u00fcgung der Regierung vollzogen werden und die Konstituierung einer ortseigenen Schulgemeinde mit der Ma\u00dfgabe genehmigt werden, dass sie erst wirksam wird, wenn ein Schulhaus vorhanden und ein Schuletat \u00fcber 5 Jahre gesichert ist.&nbsp;<br \/>\n<\/span><\/span><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Der Landwirt Oberheitmann bot der katholischen Schulgemeinde einen Bauplatz von 180 Ruten (=25 ar und 53 qm) zum Preis von 3.000 Mark an. Die Gesamtkosten des Schulbaues, 2 Klassenr\u00e4ume und 2 Lehrerwohnungen, waren auf 20.000 Mark gesch\u00e4tzt worden. Der Unterricht sollte gleich mit 2 Unterrichtsklassen beginnen.&nbsp;<br \/>\n<\/span><\/span><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Das Schulgeb\u00e4ude war am Ende des Jahres <b>1880<\/b> fertig gestellt worden, so dass der Unterricht Ostern <b>1881<\/b> beginnen konnte. Die Sch\u00fclerzahl betrug 160. <\/span><\/span><span style=\"font-size: 10pt;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Als erster Lehrer amtierte <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><b>Albert Hucke<\/b><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"> aus Riemke und die Lehrerin <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><b>Maria Gantenberg<\/b><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"> aus Hofstede. Ostern <\/span><\/span><strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">1882<\/span><\/span><\/strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"> \u00fcbernahm der Lehrer <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><b>Josef Hernscher<\/b><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"> aus Weitmar die erste Stelle. <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Der Etat der katholischen Schulgemeinde zum Gr\u00fcndungstermin <b>01.04.1881<\/b> weist folgende Zahlen aus: <\/span><\/span><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Als Schulvorsteher fungierten der Ziegeleibesitzer K\u00f6ddewig und der Landwirt D\u00f6rdelmann. Auch in dieser Gemeinde haben wir im Anfang mit einem starken Wechsel der Lehrkr\u00e4fte zu tun, weil die Klassenfrequenzen durch den st\u00e4ndigen Zuzug von Bergmannsfamilien au\u00dfergew\u00f6hnlich hoch&nbsp; waren. Es musste auch st\u00e4ndig improvisiert werden, um Raum f\u00fcr neue Unterrichtsklassen zu schaffen. <\/span><\/span>..&nbsp;<span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Jede Lehrkraft hatte die unwahrscheinlich hohe Zahl von fast 100 Kindern zu unterrichten. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Im August <b>1890<\/b> fasste der Schulvorstand den Entschluss, ein zweites Schulsystem im \u00e4u\u00dfersten Osten der Gemeinde an der Grenze von <b>Gerthe \u2013 Harpen,<\/b> an der Castroper Stra\u00dfe\/Ecke Rottmannstra\u00dfe, zu errichten.&nbsp; <\/span><\/span><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Der Schulneubau kam (aber) vorerst nicht zustande, weil die erforderlichen Mittel fehlten. Um der Raumnot abzuhelfen, wurde zuerst ein Unterrichtslokal bei dem Wirt Wilhelm Hegenberg angemietet, um dort eine Sammelklasse unter der Leitung des <b>Lehrers Janknecht<\/b> einzurichten.&nbsp; Im&nbsp; Etatjahr <b>1895\/1896<\/b> bestand immer noch ein System mit 4 Klassen und einer Sammelklasse&#8230;.&nbsp;<\/span><\/span><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Im gleichen Jahr wurden die gesamten Schullasten nicht mehr durch eine Schulsteuer erhoben, sondern (vom) Gemeindeetat \u00fcbernommen. Jetzt war die finanzielle M\u00f6glichkeit gegeben, das zweite Schulgeb\u00e4ude im Osten der Gemeinde zu errichten. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Das Etatjahr <b>1900\/1901<\/b> weist 2 Schulh\u00e4user mit insgesamt acht Klassenr\u00e4umen aus. Im Schulgeb\u00e4ude Castroper Stra\u00dfe\/-Rottmannstra\u00dfe war ein Filialsystem der Stammschule untergebracht. <\/span><\/span><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Die Zahl der (Sch\u00fclerinnen und) Sch\u00fcler betrug 440, die von 6 Lehrkr\u00e4ften unterrichtet wurden:&nbsp;<\/span><\/span><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Hauptlehrer <b>Hernscher,<\/b> Lehrer <b>M\u00f6nninghoff<\/b> und <b>Struwe,<\/b> die Lehrerinnen <b>Kirchoff,&nbsp;Meyer<\/b> und <b>Padberg. <\/b><\/span><\/span><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Die katholische Einwohnerzahl war bis zur Jahrhundertwende auf 2.027 angestiegen. <b>1905<\/b> betrug die Sch\u00fclerzahl 572 und die Zahl der Lehrkr\u00e4fte 9. Im gleichen Jahr wurde <b>Grumme<\/b> nach <b>Bochum<\/b> eingemeindet und die \u00f6rtliche Schulgemeinde in den Gesamt-schulverband mit einbezogen. <\/span><\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><b>Evangelische Schulen in Grumme<\/b><\/span><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">An der Gesamteinwohnerschaft der Gemeinde <b>Grumme<\/b> hatten die evangelischen B\u00fcrger den geringsten Anteil. Nach der Bestands-aufnahme, die Regierungsbezirk Arnsberg <b>1819<\/b> und nach dem Stand von <b>1818<\/b> durchgef\u00fchrt worden war, wohnten in der damaligen&nbsp; Bauernschaft <b>Grumme<\/b> 218 Katholiken, 20 Lutheraner und 1 Reformierter. .,, <\/span><\/span><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Kirchlich und (somit) schulisch geh\u00f6rten die evangelischen Einwohner zur Altstadtgemeinde&nbsp; (Bochum). &#8230;&nbsp;<br \/>\n<\/span><\/span><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Bei der Ausschulung der Landgemeinden aus dem gro\u00dfen Schulverband der <b>Altstadt<\/b>, die in dem Zeitraum von <b>1869 &#8211; 1884<\/b> zur Verhandlung anstand, besuchten nach dem Stichtag aus <b>Grumme<\/b> 17 evangelische Sch\u00fcler die Kirchschule in Bochum. Die Zahl der evangelischen Einwohner war auf 86 angestiegen.<br \/>\n<\/span><\/span><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">W\u00e4hrend der Dorfkern fast (komplett) katholisch bewohnt war, wuchs die Zahl der evangelischen Einwohner durch den Zuzug von Bergleuten im \u00f6stlichen Teil der Gemeinde, in der N\u00e4he der fr\u00fcheren Zeche Ritterburg und Prinz von Preu\u00dfen. Die Gesamtzahl der Einwohner in <b>Grumme<\/b> betrug nach der Statistik des Bochumer Landkreises von <b>1875<\/b> in 62 H\u00e4usern, 126 Familien, 731 Seelen.<sup>&nbsp;<\/sup><\/span><\/span><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Wie bereits im vorherigen Kapitel dargelegt worden ist, war der <b>1875<\/b> begonnene Versuch, mit den katholischen Eingesessenen eine simultane Schulsoziet\u00e4t zu bilden, gescheitert. Die&nbsp; Katholiken als der finanzst\u00e4rkere Teil der Gemeinde erreichten die Ausschulung und Gr\u00fcndung einer ortseigenen Schule <b>1880\/1881<\/b>, w\u00e4hrend die evangelischen Hausv\u00e4ter dieses Ziel erst 15 Jahre sp\u00e4ter verwirklichen konnten. &#8230;<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Die Zahl (der evangelischen Sch\u00fcler) war <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><b>1883<\/b><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"> auf 87 angewachsen und immer noch bestand keine M\u00f6glichkeit, das Projekt einer ortseigenen Schule zu verwirklichen. In bitteren Worten beklagten sich die evangelischen Eltern in einem Schreiben an den Landrat vom <\/span><\/span><strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">12.06.1883<\/span><\/span><\/strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"> \u00fcber die aussichtslose schulische Situation: \u201e\u2026<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><i>..es ist schon hart genug, dass die Kinder den \u00be Stunden weiten Weg nach Bochum zur Schule zum gr\u00f6\u00dften Teil in sehr d\u00fcrftiger Kleidung bei jeder Witterung machen m\u00fcssen. Auch ist es nicht einleuch-tend, warum man nicht an hiesigem Ort eine Schulklasse errichtet, was bei 87 Kindern doch sehr leicht ang\u00e4ngig.\u201c<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"> Im Schreiben vom <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><b>04.08.1883<\/b><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"> unterbreiteten sie den Vorschlag, in der N\u00e4he der Zeche Ritterburg (Castroper Stra\u00dfe) ein Schulgeb\u00e4ude auf Kosten der Mutterschule errichten zu lassen.<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><sup><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">15)<\/span><\/sup><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">&nbsp; Auch dieser Vorschlag wurde verworfen.<br \/>\n<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">(Aber) die Regierung Arnsberg drang auf die Konstituierung einer ortseigenen Schule, weil mit&nbsp; einem steten Anwachsen der Bev\u00f6lkerung zu rechnen sei. Sie forderte durch Verf\u00fcgung vom <b>24.01.1884<\/b> erneut einen Pr\u00e4stationsnachweis \u00fcber die evangelischen Hausv\u00e4ter von <b>Grumme<\/b>. (Wieder) hei\u00dft es in dem Bericht: \u201e<i>Die Eingesessenen bestehen mit Ausnahme von 2 Landwirten, 13 Gewerbetreibenden und Beamten (Steiger pp.) fast nur aus mittellosen Bergleuten.\u201c<\/i><br \/>\n<\/span><\/span><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">10 Jahre mussten noch ins Land gehen, bevor der Wunsch nach einer eigenen Schule in Erf\u00fcllung gehen sollte. Vor der Genehmigung wurde der Bau eines Schulgeb\u00e4udes an der Castroper Stra\u00dfe in die Wege geleitet. F\u00fcr den \u00dcbergang bot sich die M\u00f6glichkeit, gastweise im katholischen Schulgeb\u00e4ude <b>Grumme-Dorf<\/b> mit einer Unterrichtsklasse zu beginnen.&nbsp;&nbsp;<br \/>\n<\/span><\/span><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Die Genehmigung der Gr\u00fcndung der evangelischen Schule wurde durch Regierungsverf\u00fcgung vom <b>05.07.1895<\/b> erteilt. Die Geschicke der neuen Schule lagen in den H\u00e4nden der Schulvorsteher <b>Heinrich Rottmann<\/b> und <b>Friedrich Ortmann<\/b> und der&nbsp; Repr\u00e4sentanten Friedrich Cott, Wilhelm Hegenberg, Heinrich Reuter und Friedrich Zimmermann.<br \/>\n<\/span><\/span><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Mit dem Unterricht konnte nun endlich am <b>01.10.1896<\/b> in einem Klassenraum der katholischen Schule begonnen werden. Der erste und alleinige Lehrer war <b>Friedrich Herbold<\/b> aus Eringsen bei Dortmund. Er f\u00fchrte die starke Klasse allein bis Ostern <b>1898<\/b>. Mit dem Schulneubau auf dem Rottmannschen Gel\u00e4nde an der Castroper Stra\u00dfe war 1896&nbsp; begonnen worden. Im Fr\u00fchjahr <b>1897<\/b> konnte der zweiklassige Bau bezogen werden. Der Schulbau im Dorf <b>Grumme<\/b> wurde im n\u00e4chsten Jahr in Planung genommen. Zu diesem&nbsp; Zweck erwarb die Schulgemeinde ein Grundst\u00fcck in Gr\u00f6\u00dfe von 30 ar zu 150 Mark je ar = 4.500 Mark von dem B\u00e4cker Pfleging. Der Schulbau konnte im Fr\u00fchjahr <b>1902<\/b> bezogen werden. Bis zu dem Zeitpunkt hat das Gastverh\u00e4ltnis mit der katholischen Schule bestanden.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Es muss damals zwischen den beiden Konfessionen nicht das beste Einvernehmen geherrscht haben, sonst h\u00e4tte sich der zust\u00e4ndige Schulinspektor Stordenz nicht bewogen gef\u00fchlt, in seinem Bericht vom <\/span><\/span><strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">30.10.1900<\/span><\/span><\/strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"> in einigen deutlichen Worten auf dieses gespannte Verh\u00e4ltnis in der Dorfgemeinschaft hinzuweisen: \u201e\u2026<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><i>.seitens der Katholiken und namentlich deren Geistlichkeit wird den Evangelischen der Aufenthalt im Dorf erschwert und z.T. unm\u00f6glich gemacht, in dem man ihnen beim Mieten Wohnungsschwierig-keiten macht.\u201c<\/i><\/span><\/span>&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Aus dem Bericht geht dann noch hervor, dass im Dorf eine Klasse mit 80 Sch\u00fclern bestand und an der Castroper Stra\u00dfe ein System mit 2 Klassen und 124 Sch\u00fclern. <\/span><\/span><span style=\"color: #000000; font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Ferner wurden zum Dorf gerechnet, \u201e<i>alle Behausungen im Tal, etwa bis zum Bauern Rottmann.Hier wohnten 40 evangelische Hausv\u00e4ter mit 80 Schulkindern. Es waren meist Bergleute, 2 Landwirte, 1 Gastwirt und ein Zimmermann.&#8220;<\/i> Soweit die Darstellung des Schulinspektors Stordenz. Die Blockade der evangelischen Anmieter war m\u00f6glich, weil sich der Haus und Grundbesitz zum&nbsp; gr\u00f6\u00dften Teil in den H\u00e4nden der katholischen Einwohner befand.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; color: #000000;\">* Gesamter Text mit Fu\u00dfnoten und Tabellenanhang s. <a style=\"color: #000000;\" href=\"https:\/\/peter-schneller.jimdosite.com\/\"><strong>https:\/\/peter-schneller.jimdosite.com\/<\/strong><\/a><br \/>\nDer Text aus dem Archiv des Bochumer Schulmuseums wurde von Peter Schneller aufbereitet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">**&nbsp;<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><b>Wilhelm R\u00fcter<\/b><\/span> war der erste Schulrat nach dem zweiten Weltkrieg und einer derjenigen, die als nicht als Nazianh\u00e4nger belastet waren. Er \u00fcbernahm nach dem Krieg den Neuaufbau des Bochumer Schulsystems. Viele Schulen waren zerst\u00f6rt oder stark besch\u00e4digt. Es gab weder gen\u00fcgend Schulraum, noch ausreichend Lehrpersonal. Auch viele Lehrmaterialien, von den Nazis f\u00fcr ihr menschenverachtendes System missbraucht, mussten erneuert werden.<\/span> <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auszug aus: Schulgr\u00fcndungen in den Bauernschaften Grumme &#8211; Hiltrop &#8211; Bergen * Von Wilhelm R\u00fcter ** erstellt im Herbst 1966 Gr\u00fcndung ortseigener Schulen in Grumme&#8230;<\/p>\n<div class=\"more-link-wrapper\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/ggg.grumme.de\/?page_id=5348\">Weiterlesen<span class=\"screen-reader-text\">Erste Schulgr\u00fcndungen in Grumme<\/span><\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":2768,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"iawp_total_views":26,"powered_cache_disable_cache":false,"footnotes":""},"class_list":["post-5348","page","type-page","status-publish","hentry","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ggg.grumme.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/5348","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ggg.grumme.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/ggg.grumme.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ggg.grumme.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ggg.grumme.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5348"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/ggg.grumme.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/5348\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5363,"href":"https:\/\/ggg.grumme.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/5348\/revisions\/5363"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ggg.grumme.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2768"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ggg.grumme.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5348"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}