{"id":3181,"date":"2024-11-01T21:16:23","date_gmt":"2024-11-01T21:16:23","guid":{"rendered":"https:\/\/ggg.grumme.de\/?page_id=3181"},"modified":"2024-11-01T21:20:39","modified_gmt":"2024-11-01T21:20:39","slug":"ein-spaziergang-von-grumme-nach-harpen-1937","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ggg.grumme.de\/?page_id=3181","title":{"rendered":"Ein Spaziergang von Grumme nach Harpen 1937"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; color: #000000;\">aus dem Bochumer Anzeiger 11.1.1937:<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; color: #000000;\">Die Grume erz\u00e4hlt <\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; color: #000000;\">Aus grauer Vorzeit &#8211; Das Ausflugsziel der Bochumer zu Kortums Zeiten<\/span><\/strong><strong><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; color: #000000;\"><br \/>\n<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; color: #000000;\">\u201eDie Grume erz\u00e4hlt? Ja, was ist denn die Grume? So wird mancher Leser fragen. Nun, es ist von den B\u00e4chen, die auf Gro\u00df-Bochumer Gebiet dahinflie\u00dfen oder dahinflossen (da manche B\u00e4che verschwunden oder die meisten kanalisiert sind), der einzige Wasserlauf, der sich noch so ziemlich in seinem urspr\u00fcnglichen Zustande befindet und seinen munteren Lauf durch ein Gel\u00e4nde nimmt, das noch am besten seinen Charakter bewahrt hat. Abgesehen vom unteren St\u00fcck, das kanalisiert ist und das Wasser dem ebenfalls kanalisierten Hofsteder Bach zuf\u00fchrt, der sich dann mit dem kanalisierten Marbach zum H\u00fcller M\u00fchlenbach vereint, der wiederum der eingebetteten Emscher sich verm\u00e4hlt. So klein und unbedeutend die Grume also ist, so kann sie dennoch viel erz\u00e4hlen. Des wurden die Teilnehmer an der Wanderung der Vereinigung f\u00fcr Heimatkunde inne, die am Samstag nachmittag bei herrlichem Winterwetter vor sich ging. Der F\u00fchrer dieser Wanderung, G. Sackmann, verstand es, auf der Wanderung und zum Abschlu\u00df beim Beisammensein in der Gastst\u00e4tte Stratmann-Kost in Harpen, die Wandlungen, die sich seit grauer Vorzeit hier in diesem Tal vollzogen haben, klarzustellen. Auf die Gestaltung der Landschaft haben nicht nur gewaltige geologische Erscheinungen eingewirkt, sondern selbst die kleinen Wasserl\u00e4ufe; den heutigen Stempel hat ihr dann die Industrie aufgedr\u00fcckt.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; color: #000000;\">Zu Kortums Zeiten war das Tal der Grume mit seinen saftigen Wiesen, seinen pr\u00e4chtigen Waldungen das beliebteste Ausflugsziel der alten Bochumer, die am Fu\u00dfe des Tippelsberges, \u00fcber den die Poststra\u00dfe ging, in gem\u00fctlichen Wirtschaften den Sonntag genossen. Heute kr\u00f6nen die H\u00f6hen \u00fcber der Kaiseraue, die das Wasser der Grume zu einem gro\u00dfen Weiher auff\u00e4ngt, die riesigen Anlagen der Gro\u00dfzeche \u201aConstantin 6\/7\u2018; l\u00e4ngst hat die M\u00fchle unterhalb der Kaiseraue, am Prattwinkel, ihre R\u00e4der stillgesetzt. Am K\u00f6tterberg vorbei ging die Wanderung dem klaren, sich dahinschl\u00e4ngelnden B\u00e4chlein entlang. Deutlich wurde der Aufbau der drei Terrassen offenbar, die sich im Laufe von Jahrmillionen gebildet haben.<br \/>\nEinst erhob sich in unserer Heimat ein m\u00e4chtiges Gebirge, das Steinkohlengebirge, das in sp\u00e4teren Zeiten vom Kreidemeer \u00fcberdeckt wurde. In unserer engeren Heimat reicht das Karbon noch teilweise bis an die Oberfl\u00e4che, mehr nach Norden nimmt die Decke mehr und mehr an M\u00e4chtigkeit zu. Als das Meer zur\u00fcckwich, bildeten sich Fl\u00fcsse; so f\u00fchrte die Ruhr das Wasser aus den Gebieten s\u00fcdlich des Haarstranges bis Duisburg der K\u00f6lner Bucht zu.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; color: #000000;\">Die Ruhr flo\u00df von Witten ab nach Norden etwa dem Laufe des jetzigen Oelbaches folgend \u00fcber Grumme und Riemke durch das heutige Emschertal.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; color: #000000;\">Man erkennt dies unzweifelhaft am einzigartigen Ruhrschotter, den man in Laer, Harpen, Grumme, Riemke, am Mechtenberg bei Stoppenberg usw. feststellen kann. Als sp\u00e4ter die Ruhr einen Weg nach S\u00fcden nahm (nach Durchbruch beim Hevener Knapp), bildeten sich im alten Flu\u00dftal B\u00e4che, die, da sich inzwischen das Land gehoben hatte, entweder der Ruhr (Oelbach) oder der Emscher zueilten, wie das die Grume tut. Ein idyllisches Tal, dieses obere Tal der Grume. Hin und her h\u00fcpft das B\u00e4chlein durch die gr\u00fcne Aue, rechts und links steigt fruchtbarer Ackerboden an; die Geh\u00f6fte von Blome im Busch und Hoddebecker gr\u00fc\u00dfen von der H\u00f6he, die einsamen H\u00e4user am G\u00fcstenberg, den nach Osten ein leider recht klein gewordener Wald begrenzt, in dem fr\u00fcher Bochumer Vereine ihre Waldfeste feierten, den heute aber der m\u00e4chtige Damm der<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; color: #000000;\">Zechenbahn von \u201aLothringen 4\u2018 durchschneidet. Oberhalb dieses Dammes entspringt auf einer Wiese, die zum Benkingshof geh\u00f6rt, der in einer Mulde verborgen liegt, die Grume, die sich aus vielen kleinen Wasseradern, die sich im Ruhrschotter sammelten, bildet. Es ist zu loben, da\u00df die Stadtverwaltung den Pfad, der am Tal entlang f\u00fchrt, nach der bergigen Seite mit jungen B\u00e4umen bepflanzt hat. Dieses Tal ist ein wahres Vogelparadies geworden, da es selten begangen wird.<br \/>\nWer ein Freund stiller Wanderungen ist, der sollte nicht vers\u00e4umen, einmal dem Laufe der Grume bis zu ihrer Entstehung zu folgen So nahe die Zechen \u201aLothringen 4\u2018 und \u201aConstantin 6\/7\u2018 sind, so lauschig ist dieses Tal des munteren B\u00e4chleins, das so wenigen selbst dem Namen nach bekannt ist. Von der Kaiseraue (80 Meter \u00fcber dem MSp.) bis zur H\u00f6he \u00fcber dem Quellgebiet (130 Meter) ist eine Steigung von 50 Meter zu \u00fcberwinden in drei Terrassen, die von dem Wandel der Bodengestaltung unserer Heimat zeugen. Dar\u00fcber machte der verdienstvolle F\u00fchrer G. Sackmann dann noch n\u00e4here Angaben bei der Besprechung der Wanderung. F\u00fcr seine wertvollen Darlegungen stattete ihm Vereinsf\u00fchrer B\u00fcrgermeister i. R. Ibing den gern gezollten Dank der Heimatfreunde ab.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; color: #000000;\">zitiert aus Georg Braumann, Die Vereinigung f\u00fcr Heimatkunde Bochum 1920-1945 Bochum 2007 S.125<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>aus dem Bochumer Anzeiger 11.1.1937: Die Grume erz\u00e4hlt Aus grauer Vorzeit &#8211; Das Ausflugsziel der Bochumer zu Kortums Zeiten \u201eDie Grume erz\u00e4hlt? Ja, was ist&#8230;<\/p>\n<div class=\"more-link-wrapper\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/ggg.grumme.de\/?page_id=3181\">Weiterlesen<span class=\"screen-reader-text\">Ein Spaziergang von Grumme nach Harpen 1937<\/span><\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":1479,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"iawp_total_views":46,"powered_cache_disable_cache":false,"footnotes":""},"class_list":["post-3181","page","type-page","status-publish","hentry","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ggg.grumme.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3181","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ggg.grumme.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/ggg.grumme.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ggg.grumme.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ggg.grumme.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3181"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/ggg.grumme.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3181\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3186,"href":"https:\/\/ggg.grumme.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3181\/revisions\/3186"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ggg.grumme.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1479"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ggg.grumme.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3181"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}