{"id":1814,"date":"2023-05-07T06:32:00","date_gmt":"2023-05-07T06:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/ggg.grumme.de\/?page_id=1814"},"modified":"2024-04-20T13:04:06","modified_gmt":"2024-04-20T13:04:06","slug":"1923-franzoesische-soldaten-in-grumme","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ggg.grumme.de\/?page_id=1814","title":{"rendered":"1923 Franz\u00f6sische Soldaten in Grumme"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; color: #000000;\">Die franz\u00f6sischen Truppen (159. Alpenj\u00e4gerregiment) erschienen am 23. Mai 1923 in Grumme. Auch die Zeche Constantin 6\/7 wurde besetzt. Wegen des Streiks wurde dort aber in dieser Zeit kaum Kohle gef\u00f6rdert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Die katholische Volksschule wurde durch das st\u00e4dtische Bauamt zur Unterbringung von franz\u00f6sischen Besatzungstruppen ger\u00e4umt. Die Sch\u00fcler wurden auf die Liboriusschule und andere Schulen verteilt.<br \/>\n<\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Am 9. April 1924 stellte der General Franck dem Oberb\u00fcrger einen Requisitionsbefehl zu, nach dem ein Teil des Grummer Friedhofs zum franz\u00f6sischen Friedhof werden sollte. Die Einfriedung des franz\u00f6sischen Friedhofes sollte durch eine Holzbarriere mit 3 Toren erfolgen. Das Innere des Friedhofes wurde in 4 gleiche Teile geteilt, in dem in der Mitte ein Platz freigelassen wurde, auf dem ein Steinblock errichtet wurde. In der Mauer dieses Steinblocks sollte ein in franz\u00f6sischen Farben gestrichener Fahnenmast befestigt werden, an dem dann t\u00e4glich die franz\u00f6sische Fahne gehisst wurde. Vier franz\u00f6sische Soldaten wurden w\u00e4hrend der Besatzungszeit beigesetzt. 14 Tage nach<\/span><\/span><\/p>\n<figure style=\"width: 266px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/ggg.grumme.de\/wp-content\/uploads\/1928_GrFriedhof.jpg\" alt=\"1923 Franz\u00f6sische Soldaten in Grumme\" width=\"266\" height=\"228\"><figcaption class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; color: #000000;\">erweiterter Grummer Friedhof, Stadtplan von 1928<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Abzug der Besatzung wurden die \u00dcberreste in Begleitung eines franz\u00f6sischen Offiziers ausgegraben und in die Heimat \u00fcberf\u00fchrt.<\/span> <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; color: #000000;\">Aus der Chronik von Peter Hagemeister<strong>:<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; color: #000000;\">&#8222;<\/span><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; color: #000000;\">Zeitzeuge Georg H. 1900 in Grumme geboren &#8211; G\u00e4rtner &#8211; (M\u00e4rz.1981):<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; color: #000000;\"><i>&#8222;1923 wurde die katholische Volksschule an der Josephinenstra\u00dfe belegt, die Sch\u00fcler <\/i><i>mussten sich auf die evangelische Schule an der Liboriusstra\u00dfe und andere Schulen verteilen. Vorne vor dem Schultor standen ein paar Posten, und eine ganze Kompanie Franzosen war da drin, Gebirgsj\u00e4ger oder so etwas. &#8211; Die Zeche und die Eisenbahn wurden durch die Franzosen geleitet, die hatten das in Beschlag. Die Bergleute haben dann bei dem passiven Widerstand sich unten auf ein paar Kisten gesetzt und M\u00fchle gespielt und keine Kohle abgebaut. Einige Auseinandersetzungen sind wohl vorgekommen, einige Streiche wurden den Franzosen wohl gespielt, viele haben aber auch nur &#8217;ne Menge erz\u00e4hlt, dass sie Posten ge\u00e4rgert haben und so.&#8220;<\/i><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; color: #000000;\">Zeitzeuge Wilhelm H., 1896 in Grumme geboren &#8211; Angestellter Zeche Constantin &#8211; April.1981: <i>&#8222;W\u00e4hrend der Franzosenbesatzung mussten wir Angestellte der Zeche mit in der Kokerei arbeiten, damit die Ofen nicht kalt wurden. W\u00e4hrend dieser Zeit haben wir unten in der Grube die Lohnauszahlung gemacht, weil sonst die Franzosen vielleicht das Geld genommen h\u00e4tten. Das Geld wurde heimlich von der Bank geholt, und in Schacht 1, die Constantin-Sch\u00e4chte waren ja unterirdisch alle verbunden, wurde das in Empfang genommen, in der Sprengstoffkammer eingeschlossen, und dann haben wir unten ausgezahlt.&#8220;<\/i><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; color: #000000;\"><em>Zeitzeugin Josefine H., 1901 in Grumme geboren, April 1981:<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; color: #000000;\">&#8222;Die Franzosen waren ja in der katholischen Schule stationiert, und Leute, die sich ein bisschen besser standen und mehr Platz hatten, die hatten Offiziere im Quartier, das wurde dann beschlagnahmt. Unter anderem die Metzgerei Hackert, die Frau war meine Tante, die hatten einen Kapit\u00e4n, aber nicht Schiffskapit\u00e4n. Der war sehr nett, nicht geh\u00e4ssig, und wir haben viel von ihm bekommen, Seife und andere Sachen, die hier knapp waren. Die meisten Grummer waren nicht von den Franzosen begeistert, das ist ja klar. Aber ich habe zwei kennengelernt, und die waren beide nett. Die kamen dann oft hier heruntermarschiert, und wenn wir am Fenster standen, winkten sie nat\u00fcrlich, die einen so kannten. Mittlerweile waren die ja schon so lange hier, da hat man einzelne ja auch gekannt.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; color: #000000;\"><em>1925 Chronik der Grummer Schule:<\/em> Das Jahr 1925 brachte dem Industriegebiet die Befreiung von der franz\u00f6s. Besatzung, die 2 1\/2 J. hier gehaust hatten. Freitag, den 31.7.25 verlie\u00dfen die letzten Fremdlinge das Ruhrgebiet. Ungeheure Freude erf\u00fcllte alle, die Zeugen des brutalen Vorgehens der Franzosen waren oder selbst darunter gelitten hatten. Die Stadtverwaltung Bochum beziffert den durch die Besatzung erlittenen Schaden auf 3,2 Millionen Goldmark. In der Stadt waren untergebracht das Inf.Reg. Nr. 51 u. das Art.Reg. Nr. 17, au\u00dferdem noch verschiedene Milt\u00e4rabteilungen bzw. Dienststellen. Viele \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude waren beschlagnahmt. (Die hiesige Schule v. 18. Mai bis 26.12.23)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; color: #000000;\"><em>1925 Chronik der Grummer Schule:<\/em> Am 1. August 1925 fand im Stadtpark zu Bochum aus Anla\u00df der Befreiung eine gewaltige Kundgebung der B\u00fcrgerschaft statt. Donnerstag, den 17. September, kam der Reichspr\u00e4sident v. Hindenburg nach Bochum, um der Ruhrbev\u00f6lkerung eine Anerkennung zu geben f\u00fcr die unersch\u00fctterliche Treue, die sie w\u00e4hrend der Besatzung bewiesen hatte. Auf der Hinfahrt des Pr\u00e4sidenten vom Hauptbahnhof zum Stadtpark bildeten 38.000 Schulkinder Bochums u. der Umgebung Spalier. W\u00e4hrend der R\u00fcckfahrt \u00fcbernahmen 26.000 Mitgl. der verschiedenen Vereine die Spalierbildung. Im Stadtpark fand eine Feier statt, bei welcher der Oberpr\u00e4sident v. Westfalen Gronowski. Der Ministerpr\u00e4sident Brum, der Oberb\u00fcrgermeister Dr. Ruer u. d. Reichspr\u00e4sident Ansprachen hielten.&#8220;<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die franz\u00f6sischen Truppen (159. Alpenj\u00e4gerregiment) erschienen am 23. Mai 1923 in Grumme. Auch die Zeche Constantin 6\/7 wurde besetzt. 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